Studie zu betrieblichen Investitionen
und Wirtschafts­förderungs­maßnahmen in Tirol

Kleine und mittlere Unternehmen setzten von 2015 bis 2018 geförderte Investitionsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 612 Mio. € in Tirol um.

Das Beratungsunternehmen ALPCON BUSINESS CONSUTLING e.U. hat in einer Studie wirtschafts- und standortfördernde Maßnahmen für Tirol analysiert. Dabei wurden kleine und mittlere Unternehmen zum Thema Investitionen aber auch zum wirtschaftlichen Ausblick befragt. Zudem wurden auch Daten aus veröffentlichten Berichten des Land Tirol der Jahre 2015, 2016, 2017 und 2018 untersucht.

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Genau 100

geförderte Großprojekte wurden von kleinen und mittleren Unternehmen von 2015 bis 2018 umgesetzt.

4,57 %

der Projektkosten wurden durchschnittlich als Förderungszuschuss an die Unternehmen ausbezahlt.

612 Mio. €

ergab das Gesamtinvestitionsvolumen der von kleinen und mittleren Unternehmen in den Jahren 2015 bis 2018 geförderten Projekte in Tirol.

411.900 €

investierten kleine Unternehmen durchschnittlich bei Projekten im Keinunternehmensförderungen-Programm.

28 Mio. €

zahlte das Land Tirol an Fördermitteln an die Unternehmen aus.

Studie: Betriebliche Investitionen und Wirtschaftsförderungsmaßnahmen in Tirol

Das wirtschaftliche Wachstum und die positiven Aussichten der letzten Jahre spiegelten sich auch in der Investitionsfreudigkeit der Tiroler Unternehmen wider. Kleine und mittlere Unternehmen haben in den letzten Jahren maßgebend zur positiven Konjunktur beigetragen und es wurden zahlreiche Investitionsprojekte in Tirol umgesetzt. Das Land Tirol unterstützte die Unternehmen in den vergangenen vier Jahren mit rund 28 Mio. € an Fördermitteln. Bemerkenswert dabei ist, dass durch die Zuschüsse ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 612 Mio. € ausgelöst werden konnte. Die Förderquote aller ausbezahlten Zuschüsse lag somit bei etwa 4,5 %. In Summe wurde eine 20-fache Hebelwirkung erzeugt, bei der jeder Euro an Zuschuss 20 Euro für Investitionen freisetzte. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zielten vorrangig auf eine wesentliche Verbesserung der Betriebsstruktur und auf ein nachhaltiges Wachstum ab. Dabei wurden gezielt Investitionen in Gebäude, Maschinen und Anlagen, aber auch in Patente sowie Lizenzen gefördert. Die umgesetzten Vorhaben wirkten sich dadurch nicht nur positiv auf die Stärkung der Unternehmensstandorte aus, sondern trugen maßgeblich und direkt zur Sicherung der Beschäftigung in Tirol bei.

Kleinunternehmensförderung

Bei Investitionsprojekten mit Bemessungsgrundlagen von bis zu 500.000 € wurden durchschnittlich 110 Unternehmen pro Jahr gefördert, wobei die durchschnittliche Investitionssumme der Jahre 2015 bis 2018 bei 411.869 € lag. Beachtlich dabei war die jährliche Steigerung der Investitionen im Beobachtungszeitraum um gut 5,8 %. Die Steigerungsrate lag deutlich über dem Wirtschaftswachstum und spiegelte die gute Stimmung bei den Tiroler Unternehmen wider. Interessant aus wirtschaftspolitischer Sicht ist die Tatsache, dass die durchschnittliche Förderquote von Nordtiroler Unternehmen bei 5,86 % lag und Osttiroler Unternehmen durchschnittlich 10,28 % der investierten Summe als Zuschuss zurückerhielten. Dieser doch gravierende Unterschied bei den Förderquoten ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Osttirol zumindest bis 2020 als nationales Regionalförderungsgebiet mit erhöhter regionalpolitischer Relevanz angeführt ist.

Impulspaket Tirol

In den letzten vier Jahren wurden zudem exakt 100 Investitionsprojekte mit Bemessungsgrundlagen von über 500.000 € bis zu 30.000.000 € vom Land Tirol unterstützt. Die durchschnittliche Investitionssumme dieser Großprojekte lag dabei bei 4,3 Mio. €. Mit einem gesamten Volumen von 429 Mio. € waren diese Vorhaben für rund zwei Drittel der getätigten Investitionen verantwortlich. Die Bandbreite der Förderquote lag dabei zwischen 0,16 % und 12,23 %.

Zusammenfassende Erkenntnisse und Ausblick

Die Studie wurde durchgeführt, um Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen in ihre Tiroler Standorte genauer zu analysieren. Zudem konnte ein Überblick zu den tatsächlich ausbezahlten Förderquoten gewonnen werden. Interessante Erkenntnisse aus der Studie sind die Bandbreite der Förderquote und die Tatsache, dass die durchschnittliche Förderquote unter 5 % lag. Im Hinblick auf die Tatsache, dass die maximale Förderintensität des Land Tirol für investive Vorhaben derzeit zwischen 5 und 7,5 % und in den Jahren 2015 bis 2016 sogar bei 10 % bis 12,5 % lag, entsprachen die ausbezahlten 4,5% nicht einmal dem unteren Grenzwert. Aufgrund der angespannten Wirtschaftsaussichten rechnen die meisten befragten Betriebe zwar mit einem Rückgang bei den Investitionen, dieser sei aber nur moderat bis gemäßigt.

Analysiert wurden öffentliche Daten der Förderprogramme:

 Kleinunternehmens­förderung

 Impulspaket Tirol

ZUSÄTZLICHE INFORMATION

Bei der Planung eines betrieblichen Investitionsvorhabens sollte man sich so früh wie möglich mit den aktuellen Rahmenbedingungen der Förderprogramme des Land Tirol auseinandersetzen. Zudem können Tiroler Unternehmen auch auf Förderprogramme des Bundes oder der EU mit wesentlich höheren Förderquoten zurückgreifen.